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Große Vermissung:

Freundlichkeit, Wohlwollen, Herzlichkeit

In den letzten Wochen ist der Ton rauer geworden. Das Miteinander eine Spur kälter. Nicht überall. Aber mir fällt das vermehrt in beruflichen Kontexten, privaten und familiären Aspekten und beim Einkaufen auf. Es scheint fast so, als würden sich Herzenswärme, Rücksicht und Freundlichkeit gerade ziemlich gut verstecken. Wir haben alle unsere persönliche Herausforderung und die Pandemie verlangt von allen unglaublich viel ab. 

Hinter der Maske, via Email, per Telefon, unter Stress – da kommt schon manches Mal das ein oder andere beim Gegenüber anders an. 

Manchmal nerven uns Dinge, die, wenn wir genauer hinschauen und ganz ehrlich zu uns selbst sind, eher was mit unserem Stresspegel als mit unserem Gegenüber zu tun haben. 

Im Stress haben wir keinen Zugang mehr zu konstruktiven Lösungsmöglichkeiten, keine Bereitschaft mehr auf den anderen zuzugehen. Wir sind im „Notmodus“ – in „Alarmbereitschaft“. Werte wie Wohlwollen und Herzlichkeit sind dann gefühlt weiter weg als der Mond. Wenn wir uns dann aber „besinnen“, durchatmen – unsere Wahrnehmung weit stellen – über den Tellerrand blicken, dann kommt plötzlich die ein oder andere Erkenntnis bzw. Lösungsidee. 

Wieso ich das alles schreibe? Weil ich mir Wohlwollen und Herzlichkeit wünsche. Von mir selbst, von anderen. Im täglichen Umgang, im Miteinander. 

Und weil ich Dir diesen Impuls mitgeben möchte, Dich mit den Werten Wohlwollen und Herzlichkeit wieder zu verbinden. Auch wenn manchmal alles Mist ist.

Hellmut Geißner hat das wunderbare Zitat geprägt: 

„Gesprächsfähig ist… wer … Sinn so zu konstituieren vermag, dass damit das Ziel verwirklicht wird, etwas zur gemeinsamen Sache zu machen. 

Ich möchte uns alle – mich eingeschlossen – dazu aufrufen, Gespräche zu führen, die das Ziel „die gemeinsame Sache haben“: 

Kein Meckern, kein Anklagen, keine Vorwürfe, keine versteckten Spitzen. Das kostet uns alle viel zu viel Energie, die wir an anderer Stelle besser benötigen. Stattdessen konstruktive, kreative Lösungen zu finden. Miteinander, statt gegeneinander, sprechen. Mit wem auch immer – in welcher Form auch immer. 

Diese Pandemie versetzt uns alle in eine „Notsituation“ – und wir entscheiden, wie wir innerlich durch diese Krise gehen. 

Ich sehe um mich herum erschöpfte Mütter und Väter, die versuchen, ihre Arbeitszeiten, Haushalt, Kinderbetreuung bestmöglich zu organisieren, alles geben, dabei auch noch „gute Eltern“ zu sein, pädagogisches Personal – hin und hergerissen zwischen der Liebe zu ihrem Beruf und der Angst vor einer Ansteckung in Krippe oder Kita, stets bemüht, den Kitaalltag sinnvoll und Corona-konform zu gestalten. Ich sehe Selbständige und Gewerbetreibende, die um ihre Existenz fürchten – oder gar schlimmer noch – teilweise verloren haben. Ältere Menschen, denen die Nähe ihrer Enkelkinder fehlt, Frauen und Männer, die in Pflegeheimen leben und wochenlang ihre Familie nicht sehen können. Kranken- und Pflegepersonal, die jeden Tag Unglaubliches leisten, um die ihnen anvertrauten Menschen bestmöglich zu versorgen. Dienstleister wie beispielsweise Paketzulieferer, die aufgrund des erhöhten Bedarfes längere Arbeitszeiten und mehr Zeitdruck haben. Paare, die beide im Homeoffice plötzlich so viel mehr Nähe haben, als sie es gewohnt sind. Die immer wieder unermüdlich neuen Wege suchen, um trotz allem emotionalen Stress gut miteinander auszukommen. Ich sehe MitarbeiterInnen, die jeden Tag ihr Bestes geben, um ihren Job trotz Homeschooling und Kleinkinderbetreuung weiterhin gut und konzentriert zu machen. 

Jede und jeder gibt jeden einzelnen Tag sein und ihr Bestmöglichstes. 

Und ich sehe die Kinder, die so tapfer jeden Weg mitgehen, ohne meckern, ohne Vorwürfe, obwohl sie lieber mit ihren Freunden zusammenspielen würden, sie so gerne umarmen würden. 

Sie sind diejenigen, die zu uns aufschauen – ganz egal was wir tun. Unsere Kinder schauen auf uns – sie schauen zu uns auf. Und lernen, wie die Erwachsenen mit Krisen umgehen. Wie wir Probleme lösen. Wie wir in unserer Mitte bleiben – oder eben auch nicht. Und Krisen und Probleme wird es immer geben, zu jeder Zeit, in jedem Menschenleben.

Wenn es eins gibt, was diese Pandemie uns zeigen soll, dann dass nichts, wirklich gar nichts, selbstverständlich ist. Und dass sie eine Aufforderung an Dich, an uns ist, gut für Dich, für uns zu sorgen – in Deiner, in unserer Mitte zu bleiben – auch wenn um Dich herum das Chaos tobt. 

Ich möchte Dich ermutigen, gut für Dich zu sorgen – im Rahmen Deiner Möglichkeiten das zu tun, was Dir Kraft und Energie gibt. Denn nur, wenn Du gut für Dich sorgst, kannst Du auch für andere da sein und selbstsicher und gelassen Deinen Weg gehen.

Deine 

Gitta

Stressiger Alltag? 3 Tipps um in Deiner Mitte zu bleiben

Gerade im Herbst habe ich das Gefühl, dass alle um mich herum – inklusive mir selbst – nochmal so richtig vollgepackt sind: Mit Dingen, die zu erledigen sind, mit Terminen, Besprechungen und Organisatorischem. Egal wen ich frage „Wie geht’s Dir?“ die Antwort kommt immer „Ist gerade viel los…“ Und auch bei mir ist im Herbst meist „viel los“. Daher sind die folgenden Praxistipps alltags- und businesserprobt- 3 Impulse – kurz und knackig – wie Du im Herbst in Deiner Mitte bleibst:

1. Ausatmen 

Von Termin zu Termin hetzen – ein voller Terminkalender- lässt sich manchmal ändern, manchmal nicht. Was sich immer ändern lässt, ist Deine Art zu Atmen. An dem oft zitierten Ratschlag „Atme einmal tief durch“ ist echt was Wahres dran, wobei Du besser „tief ausatmest“, wenn Du das hier gelesen hast. Nach der Ausatmung, vor der nächsten Einatmung ist Dein Zwerchfell in seiner entspanntesten Position. Wusstest Du das? Und Dein Zwerchfell ist: Genau – Deine Mitte. Zumindest ein großer Teil davon. Wenn Du nun ganz lange ausatmest und mal wartest, bis dein Einatem-Impuls von alleine kommt, dann verlängerst Du die Entspannungsphase Deines Zwerchfells – deine Atempause. 3 mal hintereinander so geatmet – und schon ist Dein Hirn wieder mit Sauerstoff versorgt und Dein Nervensystem entspannter als zuvor. 

2. Ziele haben – Fokus behalten

Mal ganz ehrlich: Hast Du ein persönliches Ziel für diese Woche, diesen Monat, dieses Jahr? Wenn ja, steht es irgendwo? Richtest Du Deinen Kalender, Deine To Do – und Terminliste danach aus? Schau dir mal Dein Kalender genauer an: Welche Termine / Aufgaben haben sich da reingeschummelt, die so gar nichts mit Deinem persönlichen Ziel zu tun haben? Sicherlich gibt es Dinge, die müssen erledigt werden – auch wenn Sie Dich nicht weiterbringen. Aber hierfür kannst du Dir ein – sehr kleines Zeitfenster – einrichten. Unwichtige Aufgaben mögen es nämlich sich auszubreiten und immer mehr zu werden. Deshalb: Setze Grenzen und behalte Deinen Fokus. In Besprechungen. In Deinem Terminkalender. Trag Dir selbst Termine  ein – für die Aufgaben, die Dich Deinem Ziel näherbringen. Am besten morgens als erstes. Deine wichtigsten Aufgaben haben Dich mit Deiner ganzen Energie verdient. Für die für mich persönlich wichtigen Herzensthemen reserviere ich mir morgens eine Stille Stunde. Da ist mein Handy aus. 

Fokus- Fragen sind: 

  • Was ist mir heute wichtig?
  • Was bringt mich meinem Ziel näher? 

Alle Aufgaben/ Termine, die nicht zu Deinem Fokus passen, erledigst Du in Deinem sehr kurzen Zeitfenster oder machst weiter mit Punkt 3:

3. Nein sagen

Die Aufgaben, die am lautesten schreien, sind in der Regel die unwichtigsten. Ist das bei Dir auch so? Manchmal werden die lautschreienden Aufgaben auch gerne von Kollegen in Besprechungen verteilt. Oh, sogar gibt es dieses Phänomen „Wir machen zu allem eine Webkonferenz“ – das gehört auch zur Kategorie „Unwichtige Aufgaben, die Energie kosten“

Gerne arbeiten wir auch Aufgaben ab, die uns leicht zu erledigen erscheinen. Ganz nach dem Motto „To Do- Listen abhaken macht mich glücklich“. Nur in der Regel fehlt uns dann später die Zeit für die Aufgaben, die uns wirklich wichtig sind und uns in unseren Themen voran bringen. Das macht auf Dauer unzufrieden und leider macht es Dich auch nicht erfolgreich. Wenn ich Coachings zum Thema Zeitmanagement gebe, empfehle ich immer ganz klar die Unterscheidung:

Für wen genau ist diese Aufgabe jetzt wichtig?

Bringt diese Aufgabe dich deinem Ziel näher?

Wenn nicht, darfst Du nein sagen!

Und damit sagst Du JA: Zu Dir, Deiner Mitte, Deinem Herzensthema. Schließlich hast du viel zu tun – dann mal los – Potenzial leben, in Deiner Mitte bleiben.