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Alle Jahre wieder: Vom Familienfest zum Übungsfeld für innere Ruhe

Die Weihnachtszeit ist kaum angebrochen, da steigen schon die Erwartungen, die To-do-Listen werden länger und spätestens beim ersten Familientreffen liegt Spannung in der Luft. Weihnachten ist für viele ein Fest der Freude – aber eben oft auch eine mentale und emotionale Herausforderung. Doch was wäre, wenn Du die Feiertage nicht als Stressfaktor, sondern als Trainingseinheit für Deine persönliche Gelassenheit und Dein inner poise betrachtest?

Warum geraten wir gerade an Weihnachten so leicht aus der Fassung? Weil viele Faktoren zusammenkommen: Stress, alte Muster, hohe Erwartungen und oft unausgesprochene Konflikte. Das Fest der Liebe wirkt hierbei wie ein Brennglas – es  verstärkt den inneren Druck, Emotionen und zwischenmenschliche Spannungen und macht sie aufgrund der „ungewöhnlichen“ Nähe besonders sichtbar. Sich das bewusst zu machen kann schon der erste Gamechanger sein: Unsere Glaubenssätze und Muster springen immer dann an, wenn wir ohnehin schon im Stress sind. Dann ist unser Akku leer und wir werden empfänglich für alte „Notprogramme“ und „innere Keulen“ (Ge- und Verbote), von denen wir dachten, dass wir sie eigentlich längst bearbeitet haben.

Was Du tun kannst, um gelassen und souverän bei Familienfesten zu bleiben, erfährst Du hier:

1. Bedingungslose Selbstfürsorge

Frage Dich morgens: ‚Welche eine Sache brauche ich heute, damit es mir gut geht?‘ und setze sie um. Nicht erst wenn Du dies und jenes geschafft hast. Selbstfürsorge musst Du Dir genauso wenig verdienen wie Plätzchen. Je mehr Du Dich um Deine Kraft und Deinen Akku kümmerst, umso weniger anfällig wirst Du für alte Muster und Glaubenssätze.

2. Plane Anker und Auszeiten im Voraus

Wann ist Deine Zeit? Wann machst Du diese eine Sache, die Dein Herz zum Hüpfen oder zum Entspannen bringt? (Je nachdem was Du brauchst).

3. Finde Dein Symbol für innere Gelassenheit

Ein persisches Sprichwort (Danke Dr. Zaeri!) sagt: „Eine Kartoffel bleibt eine Kartoffel – auch wenn ein Kamel vorbei geht.“ Eine Kundin von mir trug deshalb mal eine Weile eine Kartoffel mit sich herum. Vielleicht ist es für Dich ein hübscher Stein oder eines Deiner Schleich-Tiere, das Dich in Deiner Tasche an Deine Power erinnert. Ganz egal, welches Dein Symbol ist – wichtig ist, es mit Bedeutung zu versehen und in greifbarer Nähe zu haben, wenn Dich eine Situation aus Deiner Mitte herausbringt. 

4. Kommuniziere souverän und entscheide selbst, über was Du mit wem sprechen möchtest.

Du bist komischen Bemerkungen und leeren Gesprächen nicht hilflos ausgeliefert. Je nachdem, was Dir passt, kannst du zwischen diesen Kommunikationstipps wählen:

  • Kommunikatives Judo: Nutze die Energie Deines Gegenübers und begegne ihm mit offenen Fragen: „Wie kommst Du darauf? Wo liegen Deine Bedenken? Was genau meinst Du damit?“.

  • Grenzen setzen und Bedürfnisse sichtbar machen: „Für mich ist es wichtig, dass wir heute nicht über dieses Thema sprechen.“, „Ich brauche gerade eine Pause, ich bin gleich wieder dabei.“, etc.

    • Der Ich-bin-okay-du-bist-okay-Deal: „Hör zu, Tante Waltraud – ich bewerte Deinen Fleischkonsum und Deine Haltung zu xy Politik nicht, denn für beides wirst Du einen guten Grund haben. Dafür möchte ich nicht, dass Du meine Entscheidung zu xy beurteilst. Denn dafür habe ich auch meinen guten Grund. Deal?“

5. Verändere die Perspektive

Statt sich innerlich das perfekte Weihnachtsfest zu wünschen, sieh die Feiertage als Chance, Deine Bedürfnisse selbst besser kennenzulernen und Dich darin zu üben, diese zu äußern und sichtbar zu machen. Jede Herausforderung und stressige Situation ist eine Möglichkeit, Dich in innerer Ruhe zu üben und den Kontakt zu Deinem inner poise zu halten.

Nutze die Feiertage bewusst, um neue Verhaltensweisen auszuprobieren, Altes loszulassen und Dich selbst in Gelassenheit zu üben. So wird aus der stressigen Zeit ein wertvolles Lernfeld, das Dich nicht nur über die Feiertage hinaus stärker und resilienter macht.

Wenn Du Dich für das Thema innere Muster und Glaubensätze interessierst, kann Dir ein Introvisionscoaching helfen, gezielt daran zu arbeiten und diese aufzulösen. Hier findest Du mehr Infos dazu.

Entscheidungen treffen: Dein Weg zu mehr Klarheit und Selbstbewusstsein

Was „mutige Entscheidungen“ mit „Verlieren können“ zu tun haben

Jeden Tag treffen wir unzählige Entscheidungen – manche erscheinen winzig, andere können unser Leben komplett verändern. Und manchmal treffen wir sie eben auch nicht und zögern Entscheidungen so lange heraus, bis sie uns ganz blockieren. Das Herauszögern bzw. Nicht-treffen von Entscheidungen kann eine vorgetäuschte Sicherheit suggerieren an der wir „aus gutem Grund“ so gerne festhalten.

Der gute Grund

Jede Entscheidung, die wir treffen, oder nicht treffen, wählen wir aus einem guten Grund. Dieser ist uns jedoch nicht immer bewusst. Ich kenne Menschen, die seit 20 Jahren eine ungefliesste Toilettenwand haben, weil sie sich nicht für eine Fliesenfarbe entscheiden können. Der Status-Quo „die ungefliesste Toilettenwand“ ist also aus gutem Grund leichter zu akzeptieren als eine „falsche“ Toilettenfarbe. 

Doch was ist eigentlich das Schwierige daran, klare Entscheidungen zu treffen? 

Nein sagen liegt nicht in unserer Sozialisation begründet

Manchmal haben wir das Gefühl, es anderen recht machen zu müssen oder zwischen verschiedenen Erwartungen zu stehen. Viele Frauen wachsen damit auf, sich anzupassen oder Harmonie zu bewahren. Oft sagen wir dann später im Erwachsenenleben Ja zu Dingen, obwohl wir Nein meinen. 

Eine Entscheidung bedeutet immer „etwas zu verlieren“

Bei Entscheidungen, die erstmal ausschließlich uns betreffen, spielt zudem noch mit rein, dass eine Entscheidung auch immer einen Verlust mit sich bringt: 

Treffe ich eine Wahl für eine Sache, entscheide ich mich oft auch automatisch gegen die andere Sache. Entschließe ich mich an einem Sonntag Nachmittag beispielsweise für einen Spaziergang in der Natur, ist in dem Moment der Umsetzung erst einmal die Entscheidung gegen die Couch getroffen. 

Die Angst vor der falschen Entscheidung

Kennst Du das Gefühl, stundenlang über eine Wahl zu grübeln, aus Angst, einen Fehler zu machen? Dieses „Overthinking“ haben viele von uns. Doch die perfekte Option gibt es nicht – und selten ist eine Entscheidung wirklich endgültig. Die Angst vor der falschen Entscheidung ist eigentlich nur ein Trick Deiner Gedanken, um Dich beschäftigt zu halten. Denn es gibt keine objektiven festgelegten Kriterien für die richtige Entscheidung. So wie wir die Welt durch unsere ganz individuelle Brille sehen, genauso ist es auch mit den Entscheidungen: Je nachdem aus welcher Perspektive wir sie betrachten, können sie ‚richtig‘ oder ‚falsch‘ wirken. Dabei kannst Du Dir die Frage stellen: Wann ist eine Entscheidung für Dich denn „die“ richtige? Welche Kriterien wendest Du hier an, um das zu bewerten?

Klare Entscheidung für innere Freiheit 

Dieses Bewusstsein „Hier wähle ich das und damit entscheide ich mich gegen eine andere Sache“, kann verunsichern, enthält aber ganz viel innere Freiheit: Innere Freiheit, etwas anderes ‚wegzulassen‘ und den Kopf wieder klar zu haben für die Sache, für die wir uns entschieden haben.

Was Dein Inner Poise Dir sagt

Bevor Du eine Entscheidung triffst, schau nach innen. Nimm Dir Zeit, in Dich hinein zu spüren. Ein Tagebuch, Meditation oder ein Spaziergang können helfen, Deine wahren Wünsche zu erkennen. Manchmal ist unsere innere Stimme nicht die Lauteste, aber gib ihr den Raum zur Mächtigsten bei Deiner Entscheidung zu sein. 

Was willst Du wirklich? 

Was ist Dir wichtig – und was sind vielleicht Erwartungen von außen? 

Was bist Du bereit durch Deine Entscheidung zu verlieren? Und was eben auch nicht? Was kannst Du gewinnen?

5 Impulse für mutige Entscheidungen

Bewusstes und klares Entscheiden ist eine Fähigkeit, die Du Schritt für Schritt lernen kannst – und die Dich innerlich stark macht. Diese fünf Impulse können Dir bei einer klareren Entscheidung helfen:

  1. Notiere Deine Optionen: Schreiben hilft, Gedanken und Gefühle zu ordnen und Klarheit zu schaffen. Wie fühlt sich Option A, B, C an? Welche Empfindungen zeigen sich?
  2. Finde Deine Werte: Welche Werte sind Dir wichtig? Freiheit, Unabhängigkeit, Sicherheit? Deine Werte sind ein Kompass für ein zufriedenes Leben.
  3. Hole Feedback ein: Sprich mit Freundinnen, Deiner Coachin oder Mentorinnen, um Dein Blickfeld zu weiten – aber lass Dich nicht von fremden Meinungen leiten.
  4. Probiere kleine Entscheidungen schnell zu treffen: Je öfter Du entscheidest, desto leichter fällt es Dir.
  5. Akzeptiere Unsicherheiten: Nicht jede Entscheidung ist eindeutig. Lerne, mit einem gewissen Risiko zu leben.

Entscheiden heißt wachsen 

Du darfst Deine eigenen Entscheidungen treffen – auch wenn sie nicht jedem gefallen. Trau Dich, Deinen eigenen Weg zu gehen. So stärkst Du Dein Selbstbewusstsein und setzt ein Zeichen für andere Frauen, es ebenfalls zu tun.

Am Ende ist jede Entscheidung eine Chance, Dich weiterzuentwickeln. Egal, ob Du Dich später umentscheidest oder Fehler machst – Du lernst mit jeder Wahl.

Vertraue Dir selbst, denn Du bist die Expertin für Dein Leben! 

Entscheide mutig, entscheide bewusst – und geh Deinen Weg.

Welche Entscheidung wirst du heute für Dich treffen?

Welche Entscheidung darf aus gutem Grund noch warten?

In einem individuellen Coaching beleuchten wir gemeinsam, was Dich daran hindert eine bestimmt Entscheidung zu treffen und welche Handlungsmöglichkeiten Du noch hast. Hierfür setze ich ganz gezielt Methoden aus dem systemischen und ressourcenorientierten Coaching ein, um Dich auf Deinem Weg zu einer klaren Entscheidung zu begleiten.

Manchmal im Rahmen eines mehrmonatigem Coachingsprozesses, oft geschieht dies aber auch im Rahmen von 1-2 Coachingsitzungen. Schreib mich gerne an, um Dir ein unverbindliches Angebot machen zu lassen. Mehr zum Coaching mit mir findest Du hier.